Wilhelm Morgner

1891 wurde in Soest der bedeutende expressionistische Künstler Wilhelm Morgner geboren. 1917 starb er wie seine Künstlerkollegen August Macke, Franz Marc, Franz Noelken und Hermann Stenner als Soldat im Ersten Weltkrieg. In seiner kurzen künstlerischen Tätigkeit schuf er mindestens 235 Gemälde, nahezu 2.000 Zeichnungen und 67 Druckgrafiken, von denen sich heute Exponate in Sammlungen namhaften Museen in Deutschland, Österreich, England, der Schweiz und den USA befinden.

Zwar lag sein Lebensmittelpunkt in Westfalen, doch wurden seine Werke in den richtungsweisenden Ausstellungen der Moderne vor dem Ersten Weltkrieg in vielen Orten Deutschlands sowie im Ausland präsentiert. So stellte er von 1911 bis 1915 bei den „Juryfreien“ sowie in der „Neuen Sezession“ in Berlin aus. Mit dem Gemälde „Lehmarbeiter“ war er bei der internationalen Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln vertreten. In Berlin lernte er im Frühjahr 1912 Franz Marc kennen, der dafür sorgte, dass Morgner an der 2. Ausstellung der Redaktion „Der Blaue Reiter“ in München mit 20 Zeichnungen beteiligt war. In Hagen stellte Morgner im Folkwang-Museum die Zeichnung „Phantasie“ aus. In der Galerie Neumann in Frankfurt am Main wurden Arbeiten aus der Neuen Sezession von Morgner ausgestellt. Herwarth Walden veröffentlichte zahlreiche graphische Arbeiten Morgners in der Zeitschrift „Der Sturm“ und präsentierte 1913 in einer Wanderausstellung seiner Galerie in Budapest fünf Gemälde Morgners. Im selben Jahr wurden in Tokio Zeichnungen von Morgner im Rahmen der Ausstellung „Deutsche Graphik“ gezeigt. Franz Pfemfert veröffentliche von 1913 bis 1917 Zeichnungen von Morgner in der Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst „Die Aktion“.

Morgners malerisches Werk endet schon 1913, da er den damals notwendigen Militärdienst ableisten musste. Wie viele seiner Altersgenossen zog er im Sommer 1914 als Soldat begeistert in den Krieg. Aufgrund der äußeren Umstände konnte er sich nur noch mittels Zeichnungen künstlerisch ausdrücken. Von 1913 bis 1917 entstanden noch ca. 1.000 graphische Arbeiten. Nach Aufenthalten als Soldat in Frankreich, Polen, Litauen, Russland, und Bulgarien wurde er 1916 nach Serbien versetzt, wo er als Zeichner eines Gräberkommandos eingesetzt wurde. Sein Einsatz dort dauerte bis zum Frühsommer 1917, anschließend kam er an die Front nach Flandern und starb dort am 16. August in der Schlacht bei Langemarck. Seine letzte künstlerische Arbeit war die „Große Kreuzigung“, die er in eine Metallplatte geritzt hatte und die in seinem Gepäck gefunden wurde.

Wilhelm Morgner in Soest 1911
Foto: Stadtarchiv Soest

Wilhelm Morgner “Selbstbildnis XIV”, 1912
Foto: Thomas Drebusch

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